Jedes Mal, wenn ihr ein Bild in WordPress hochladet, erstellt WordPress automatisch unterschiedliche Versionen des Bildes. Das war früher sogar noch etwas schlimmer, bleibt aber auch heute noch ein Problem. Denn die zusätzlichen Dateien benötigen Speicherplatz und müllen mit ihren Einträgen die Datenbank zu. Etwas, was sich früher oder später im Hinblick auf die Performance bemerkbar machen wird.
Die meisten dieser Bilder werden nämlich niemals in dem eigentlichen WordPress Blog verwendet. Sie existieren einfach nur und verwaisen dann auf dem Server. Doch allein durch die Tatsache, dass die Bilder nun einmal Speicherplatz belegen, haben sie einen negativen Effekt. So kommt es beispielsweise schnell dazu, dass schlichtweg mehr Webspace notwendig ist, als ursprünglich geplant war.
Zudem hat der Datenmüll noch eine Menge weiterer Nachteile. Neben unnütz belegtem Speicherplatz und dem Aufblähen der Datenbank, verlangsamen sich dadurch auch die Backups, die außerdem ebenfalls rasant in ihrer Größe anwachsen. Von der Übersicht innerhalb der Mediathek fange ich gar nicht erst an, denn schnell ist gar nicht mehr klar, welches Bild wo genau verwendet wird.
Zeit für einen umfangreichen Guide, wie ihr die unnützen und doppelten Bilder in WordPress schnell und einfach loswerden könnt. So bleibt ihr innerhalb der Grenzen des Hosting-Plans und spart Zeit und Nerven bei den WordPress Backups oder der regelmäßigen Wartung.
Warum die vielen Bilder in WordPress ein Problem sind
Jetzt noch einmal kurz konkret. Nehmen wir einmal an, ihr ladet ein hochauflösendes Foto in WordPress hoch. Das Bild hat 5 Megabyte und ist damit bereits recht groß. Nun erstellt WordPress aber weitere Miniaturversionen davon, sowie einige Thumbnails, damit es wirklich an jeder Ecke bestmöglich dargestellt werden kann. Jede Version benötigt natürlich zusätzlichen Speicherplatz. Aus den 5 Megabyte sind also schnell 10 Megabyte oder mehr geworden. Für ein einziges Bild wohlgemerkt.
Die WordPress Mediathek wird also recht schnell, recht groß. Zu groß, um genau zu sein, da jedes Bild unweigerlich viele weitere Bilder generiert. Die meisten dieser Bilder sind jedoch nicht einmal notwendig. Klar ergibt es Sinn, kleinere Versionen für die mobile Ansicht zu erzeugen, doch gerade in WordPress Themes werden oft mehr Bildgrößen registriert, als überhaupt angezeigt und genutzt werden. Das ist sinnlos!
Einige Plugins sorgen ebenfalls dafür, dass weitere Bildgrößen erstellt werden. Und weil bei WordPress viele Sachen nicht zu Ende gedacht wurden, sitzt ihr am Ende auf einem Haufen Bilder, die gar nicht benötigt, die aber bei jedem Upload dennoch erstellt und gespeichert werden.
Unnötige Bilder per WordPress Plugin suchen und löschen
Die einfachste Methode ist es, ein WordPress Plugin zu verwenden, um doppelte oder ungenutzte Bilder aus WordPress zu entfernen. Das Problem dabei ist nur, dass es gute und schlechte Erweiterungen dieser Art gibt. Wichtig ist immer, dass das jeweilige WordPress Plugin prüft, ob Bilder tatsächlich auch in Benutzung sind, also von einem WordPress Theme oder WordPress Plugin aktiv verwendet werden. Falls nicht, kann es diese im Anschluss an die Suche ganz einfach löschen und den Speicherplatz wieder freigeben.
WP Media Cleanup erledigt diese Aufgabe hervorragend, ist allerdings kostenpflichtig und damit ein WordPress Premium Plugin. Es findet ungenutzte Bilder, entfernt nicht benötigte Größen und Variationen und löscht diese per Knopfdruck restlos vom eigenen Server. Das geht einfach, ist schnell und funktioniert bei WP Media Cleanup sehr zuverlässig und sicher. Mit ca. 30 US-Dollar im Jahr, halten sich die Kosten dabei auch in Grenzen. Das muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden, schließlich sind viele WordPress Blogs nicht mehr als ein Hobby.
Den Media Deduper gibt es hingegen auch in einer kostenlosen Version. Er findet doppelte Bilder, Anhänge und allgemein doppelte Assets in WordPress, um diese im Anschluss sauber entfernen zu können.
Auch der WordPress Media Cleaner löscht ungenutzte Einträge der WordPress Mediathek und das auch sehr zuverlässig. Er entfernt nicht benötigte oder kaputte Bilder aus der Datenbank, schafft so freien Platz und garantiert eine saubere Verwaltung der Medien in WordPress. Auch hier gibt es, wie inzwischen fast immer, eine erweiterte und kostenpflichtige Pro-Version.
Vor dem Löschen immer an das Backup denken
Plugins wie WP Media Cleanup versuchen meist nur die generierten Größen zu entfernen, die in dem jeweiligen WordPress Blog nicht benötigt werden. Dennoch ist es ratsam und auch sinnvoll, sich die zu löschenden Bilder noch einmal genau anzusehen. Wer einfach auf Löschen klickt, sollte zumindest ein Backup bereithalten, welches er bei Bedarf wieder einspielen kann, falls benötigte Bilder versehentlich doch entfernt wurden.
Aber das gilt nicht nur hier, sondern auch beim Aufräumen der Datenbank und anderen Lösch-Aktionen innerhalb von WordPress. Da ist es immer ratsam, mit einem Backup für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, um im Fall der Fälle alle getätigten Änderungen einfach und schnell wieder rückgängig machen zu können. Sicher ist eben sicher.
WP Media Cleanup hat dafür bereits selbst ein Sicherheitsnetz verbaut. Wenn ihr also versehentlich doch mehr entfernt habt, als nötig war, und Bilder im Blog plötzlich fehlerhaft oder gar nicht mehr angezeigt werden, kann dies im Plugin per Klick rückgängig gemacht werden. Alle entfernten Bilder landen nämlich zunächst in einer Art Papierkorb und werden dort erst nach 30 Tagen vollständig vom Server entfernt. Das dient dazu, dass auch später noch alles gerettet werden kann, sollten die Probleme nicht direkt auffallen.
Wer ein anderes Plugin nutzt, sollte hingegen vor dem Löschen ein klassisches WordPress Backup anlegen. Wie das geht, habe ich bereits mehrfach gezeigt. Ihr könnt mich aber gerne auch kontaktieren, wenn ihr Hilfe benötigt.
Bilder in WordPress nicht nur löschen, sondern auch optimieren
Bilder in WordPress sind ein leidiges Thema, denn sie haben schon immer verschiedenste Probleme verursacht. Einige Plugins und Themes erstellen unter anderem Bildgrößen, die dann entweder gar nicht oder nur in sehr speziellen Fällen tatsächlich zum Einsatz kommen. Generiert werden sie aber natürlich trotzdem und vorsorglich, sodass sich eine Vielzahl an Dateien sammelt, die meist einfach nur in der WordPress Mediathek verwaisen.
Abhilfe schaffen solche Plugins und grundsätzlich auch die Optimierung der Bilder. Die wiederum gelingt mit Erweiterungen wie Imagify oder ähnlichen Tools. Auch offline ist die Optimierung möglich, dann aber bereits vor dem Upload in WordPress.
Wie genau das funktioniert, habe ich in meinem Beitrag WordPress Bilder optimieren bereits ausführlich demonstriert. Dort zeige ich euch unter anderem, wie das sowohl händisch als auch automatisiert innerhalb von WordPress funktionieren kann. Aber das nur am Rande.
WordPress Bildergrößen deaktivieren
In den WordPress-Einstellungen könnt ihr leider nur minimalen Einfluss auf die Bildgrößen nehmen. Tatsächlich entstehen aber weitaus mehr Bildgrößen, als angegeben sind. Etwa Thumbnails und mobile Größen. Diese lassen sich, mit dem richtigen Grundwissen, natürlich ebenfalls deaktivieren. Allerdings ist dies nicht ganz so einfach mit einer simplen Einstellung möglich.
Über die Functions.php eures WordPress Themes habt ihr jedoch direkten Einfluss und könnt mit folgendem Code die entsprechenden Bildgrößen händisch deaktivieren. Sind sie erst einmal deaktiviert, werden die Bilder beim Upload auch nicht mehr automatisch erstellt.
// Standardgrößen
update_option('thumbnail_size_w', 0);
update_option('thumbnail_size_h', 0);
update_option('medium_size_w', 0);
update_option('medium_size_h', 0);
update_option('large_size_w', 0);
update_option('large_size_h', 0);
// Zusätzliche Bildgrößen
remove_image_size('medium_large');
remove_image_size('1536x1536');
remove_image_size('2048x2048');
}
add_action('init', 'deaktiviere_bildgroessen');
Wer es ein wenig einfacher möchte oder sich die Verwaltung von Code nicht zutraut, kann natürlich ebenso das Plugin Simple Image Sizes installieren. Das WordPress Plugin zeigt auf einen Blick alle registrierten Bildgrößen deiner WordPress-Installation an und kann diese bei Bedarf auch deaktivieren. Für den BricksBuilder hab ich hier in einem Beitrag auch ein Snippet gepostet.
Auch Disable Generate Thumbnails erledigt diesen Job. Hier werden die automatisch generierten Bildgrößen ganz einfach per Schieberegler aktiviert oder deaktiviert. Einfacher geht es dann wirklich nicht mehr.
Nachdem die Bildgrößen deaktiviert wurden, sind dennoch alle bereits vorhandenen Bilder weiterhin gespeichert und bleiben dies auch. Wer diese vollständig löschen möchte, muss den Prozess der Generierung daher noch einmal durchlaufen. Das funktioniert mit der Erweiterung reGenerate Thumbnails ganz hervorragend, indem das Plugin den gesamten Prozess der Bildgenerierung einfach noch einmal von vorn anstößt.
Solltet ihr euch um die vielen Bildgrößen Sorgen machen?
Meiner Meinung nach schon. Die zusätzlichen Bildgrößen entstehen in fast jedem WordPress Blog. Gerade Anfänger denken über die erstellten Bilder und Thumbnails zu Beginn jedoch nicht nach. Da wird dann dreimal das WordPress Theme gewechselt und dreimal werden unterschiedliche Bildgrößen registriert und entsprechend generiert. Dass das geschieht, ist vielen zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht bewusst. Das lernen sie erst später, wenn sie WordPress besser verstehen.
Die Dateien verwaisen dann in der WordPress Mediathek und bleiben dort. Im schlimmsten Fall verstopfen die Datenbankeinträge die MySQL-Datenbank und verringern somit die Performance. Ganz sicher belegen sie Speicherplatz auf dem Server und erhöhen, wie oben bereits erwähnt, die Größe eurer Backups. Allein letzteres kann ein echtes Problem werden, je nachdem, wie oft diese erstellt werden müssen.
Es am Anfang nicht zu wissen, ist ganz normal. Doch spätestens jetzt, wo ihr wisst, wie WordPress mit der Bilderstellung umgeht, solltet ihr aktiv werden und etwas tun. Mit den erwähnten Snippets und Plugins geht das zum Glück ganz einfach. Auch das ist schließlich ein Vorteil von WordPress. Also los! Worauf wartet ihr noch?