HTML-Seite in WordPress Website umwandeln: Wie das geht und worauf dabei unbedingt zu achten ist

Es gibt viele logische Gründe dafür, warum eine Website auch heutzutage noch in HTML ausgeliefert wird. Unternehmen verringern damit zum Beispiel ihre Angriffsfläche, da kein CMS und keine Datenbank hinter der eigentlichen Website steckt. Außerdem benötigen Handwerker*innen in der Regel keine täglichen Updates, sondern lediglich eine kleine Website, mit ihren Namen, angebotenen Services und der Telefonnummer zur schnellen Kontaktaufnahme. HTML ist da die logische und einfache Wahl.

Doch was ist, wenn aus Handwerker*innen plötzlich mehr wird? Aus dem kleinen Hobby, ein großes Unternehmen, mit umfangreicher Webpräsenz? Dann kommt die Website in HTML schnell an ihre Grenzen, denn einen Blog, einen Shop und eine Bildergalerie, sind damit nicht so einfach umzusetzen, wie mit WordPress.

In diesem Beitrag zeige ich euch deshalb, welche Möglichkeiten es gibt, um aus einer HTML-Seite, eine WordPress Website zu erzeugen. Das geht nicht im Handumdrehen, ist aber auch nicht so schwer, wie manch einer vorab vielleicht vermuten mag. Traut euch also ruhig!

HTML-Seite manuell nach WordPress konvertieren

Natürlich lässt sich jede noch so komplexe Website per Hand in Richtung WordPress konvertieren. Dafür ist es erst einmal notwendig, die Struktur der bestehenden Website zu verstehen. Wo liegen die Bilder genau, gibt es Header, Footer und Navigation auf der Website, an welcher Stelle sind Scripte und CSS-Dateien zu finden? All das gilt es herauszufinden.

Darauf aufbauend kann anschließend ein sogenanntes Boilerplate WordPress Theme verwendet werden, um nach und nach die style.css, header.php, footer.php und index.php anzupassen. Allerdings benötigt es dafür schon etwas technisches Verständnis von WordPress selbst, ebenso wie von WordPress Themes und PHP-Code im Allgemeinen. Also nicht unbedingt das, mit dem der Durchschnittsnutzer direkt aufwarten kann.

Um eine HTML-Seite per Hand in eine WordPress Website zu verwandeln, ist somit ein recht solides Grundwissen in Sachen Web-Programmierung notwendig. Sonst wird das nichts.

HTML-Seite händisch mit Inhalt übertragen

Eine weitere Möglichkeit ist es, die bestehende Website inhaltlich zu übertragen, aber nicht direkt nachzubauen. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass dies wirklich jeder bewerkstelligen kann. Der Nachteil ist, dass sich zwangsläufig die Struktur der Website verändern wird, Google die Änderungen also erst wahrnehmen und die Seite daraufhin neu indexieren muss, was gleichzeitig eine Neubewertung im Hinblick auf das Ranking nach sich zieht. Allerdings ist das in Zeiten der KI-Suche weniger schlimm als früher, als bestimmte Keywords fest verankert und somit viel wert waren. Das ist aktuell gar nicht mehr so.

Habt ihr euch für diese Variante entschieden, installiert ihr WordPress, wählt ein passendes WordPress Theme und übertragt dann die Inhalte händisch per Editor auf die neue Website. Ihr ladet also die Bilder in WordPress hoch, erstellt neue Beiträge und kopiert nach und nach alles andere von der bestehenden Website. Anschließend wird die alte Präsenz gelöscht und die neue WordPress Website erscheint unter dem bekannten Domainnamen.

Das verändert, wie zuvor erwähnt, die Struktur und auch das Design der eigenen Website maßgeblich. Ihr müsst euch also wirklich im Klaren darüber sein, dass die gesamte Website von Suchmaschinen etc. neu bewertet werden muss. Wenn allerdings nicht viel an der Website hängt, ist dies eine effektive und besonders einfache Methode. Außerdem werdet ihr so alten Ballast los und startet mit klarer, neuer Struktur und WordPress als CMS.

Andere Methoden, HTML zu WordPress zu transformieren

Es gibt darüber hinaus noch verschiedene Web-Services, die eine automatische Konvertierung anbieten. Eine HTML-Website wird dann in ein WordPress Theme umgewandelt. Klingt toll, funktioniert aber leider nie so richtig und ist noch dazu überaus fehleranfällig. Was ihr bei solchen automatischen Konvertierungen erhaltet, ist im Grunde genommen immer Müll, der keine saubere WordPress Website erzeugt. Ich würde dringend davon abraten, da ihr auf diese Weise oft unsauberen Code erzeugt, der euch später einmal Probleme bereiten wird.

Dann gibt es da noch die Dienstleisterinnen, die euch eine händische Umwandlung versprechen. Doch auch die arbeiten meiner Erfahrung nach oft mit automatischen Tools und liefern demnach keine sauberen Ergebnisse. Auch deshalb, weil meist Pauschalpreise angeboten werden, was dazu führt, dass sich niemand dieser Dienstleisterinnen, die Zeit nimmt, auf die Besonderheiten eurer HTML-Website genauer einzugehen. Auch hier wird also überwiegend mit viel Eile gepfuscht, sodass das Ergebnis gut aussieht, der Unterbau aber wackelig bleibt.

Und dann existieren da noch einige WordPress Plugins, die euch den Import von HTML-Seiten versprechen. Aber größtenteils wird nur der Content aus der HTML-Website exportiert und in WordPress importiert. Noch dazu mit allem Ballast, also nicht einmal besonders effizient. Die alternativen Methoden sind daher in erster Linie eines, nämlich sehr unsauber.

Warum bei HTML zu WordPress so viel Handarbeit notwendig ist

Schlussendlich muss ich dringend davon abraten, eine automatisierte Lösung zu verwenden. Stattdessen ergibt es Sinn, eine statische HTML-Seite mit entsprechender Sorgfalt in ein WordPress Theme zu konvertieren. Nur so ist es möglich, die Besonderheiten einer Website auch im neuen WordPress Theme entsprechend zu übernehmen.

Außerdem ist der Nachbau einer Website in den bekannten Page Buildern kein Problem. Der Content kann dann einfach übertragen werden, während das bestehende Design nachgebaut oder sogar noch erweitert wird. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig, die Struktur wird sich aber dennoch ändern, da WordPress typische Muster in URLs und Speicherorten verwendet, die eine gewöhnliche HTML-Seite nicht besitzt. Stichwort »wp-content« und »Permalinks«.

Um eine HTML-Website also erfolgreich als WordPress Website neu aufzubauen, benötigt es am Ende immer viel Handarbeit. Automatische Tools können nicht leisten, was ein geschultes Auge zu sehen vermag. Und mit der notwendigen Expertise, können so auch allerlei Fehler vermieden werden, was die zukünftige Erweiterung der Website vereinfacht. Aber von was für Fehlern spreche ich hier überhaupt?

Worauf bei der Konvertierung unbedingt zu achten ist

Nun gibt es ein paar Punkte, die bei der Konvertierung von HTML zu WordPress eine besonders wichtige Rolle spielen. Auf diese möchte ich hier jetzt kurz eingehen, da ihr sie unbedingt berücksichtigen solltet, damit eure Umwandlung von HTML zu WordPress am Ende auch ein Erfolg wird.

SEO-Strukturen: Damit ist der reine Inhalt gemeint. Wie sind Bilder, mitsamt ALT-Tag und Title-Tag in euer HTML-Website aktuell eingebunden? Werden in WordPress dieselben Tags (H1-H6) für die Überschriften verwendet? Wer hier etwas ändert, ändert auch die Struktur, und das führt zu Sichtbarkeitsverlusten in Sachen SEO.

Weiterleitungen: Das Wichtigste ist jedoch, dass alles weiterhin erreichbar bleibt. Wenn das Bild »baum.jpg« also vorher im Ordner »img« lag, jetzt aber im Ordner »wp-content« zu finden ist und von dort aus auf der Seite eingebunden wird, müsst ihr dafür sorgen, dass auch die alte URL korrekt auf die neue weitergeleitet wird. Nur so kann Google die neue Struktur besonders schnell verstehen und alle Links anpassen. Außerdem sorgen saubere Weiterleitungen der URLs dafür, dass schnell klar wird, dass sich nur Bestandteile verändert haben, aber alles noch wie vorher erreichbar bleibt. Nur eben woanders.

Wer diese beiden Punkte beachtet, schafft es meist ohne großen Verlust bei Google und anderen Suchmaschinen. Wer hier neue Strukturen bereitstellt, dann aber keine Weiterleitungen generiert, verliert hingegen oft seinen Platz innerhalb der Suchmaschine und fängt ganz von vorn an. Das muss aber auch nicht immer schlimm sein, sondern führt manchmal zu ganz neuen und ungeahnten Erfolgen.

Mein Fazit zur Konvertierung von HTML zu WordPress

Offen gesagt ist eine HTML zu WordPress Konvertierung immer mit einem großen Risiko verbunden. Macht euch da nichts vor. Die Struktur eurer Website ändert sich zwangsläufig und die Weiterleitungen signalisieren dies zwar, sind aber auch kein Garant dafür, dass ihr eure Rankings in den Suchmaschinen behalten werdet. Sie helfen lediglich dabei, dass diese die getätigten Änderungen besser verstehen können.

Fakt ist aber ebenfalls, dass die Konvertierung mitunter auch positiv sein kann. Viele HTML-Seiten sind veraltet, nicht mehr zeitgemäß und auch in ihrer Struktur von Vorgestern. Außerdem zieht ihr mit eurer Website nach WordPress um, damit ihr in Zukunft mehr und aktuellere Inhalte bereitstellen könnt. Das mag Google besonders. Somit kann die Konvertierung auch positive Aspekte hervorbringen. Sie dient häufig nämlich auch als Neustart für ein Projekt, welcher dann größeren Einfluss auf den Erfolg hat, als die veränderte Websitestruktur Nachteile mit sich bringt.

Allerdings würde ich all das nur empfehlen, wenn ihr versiert genug seid. Die Fehleranfälligkeit bei der Konvertierung einer bestehenden Website ist gigantisch. Auch wenn ihr selbige nur nachbaut, ist das Risiko groß, dass ihr doch etwas Wichtiges vergesst oder eine Weiterleitung nicht korrekt einrichtet. Doch genau das gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Am besten ist es daher, ihr habt zumindest einen Ansprechpartner, der euch bei Fragen und Problemen behilflich ist. Kontaktiert mich gerne, wenn ihr diese Art von Hilfe benötigt. Schließlich ist genau das mein Job. Allen anderen wünsche ich nun viel Erfolg dabei, ihre HTML-Website in WordPress zu konvertieren, und hoffe, ich konnte vorab ein paar der wichtigsten Fragen beantworten.

Bild eines Logos von Discord

Hinterlasse den ersten Kommentar

MEHR ZUM THEMA

*Affiliatelinks/Werbelinks
Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links.
Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision.
Für dich verändert sich der Preis nicht.