Was Drip Content genau ist und wie ihr die geniale Marketing-Strategie auch in WordPress umsetzen könnt

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Schonmal den Begriff Drip Content gehört? Heute zeige ich euch, was Drip Content genau ist, erkläre die Besonderheiten der Marketing-Strategie und stelle ein WordPress Plugin vor, mit dem solche Mechanismen auch in dem CMS genutzt werden können.

Außerdem gibt es viele Gedanken zu dem Thema, denn Drip Content kann auch für ganz normale Blogs von großem Interesse sein. Das geht sogar gänzlich ohne Plugin, dank der zeitlichen Planung von WordPress-Artikeln.

Doch genug der Worte vorab. Lasst uns erst einmal klären, was es mit dem sagenumwobenen Drip Content überhaupt auf sich hat und wie ihr ihn in WordPress nutzen könnt, um eure Leser bestmöglich zu binden.

Was ist Drip Content denn nun genau?

Das wird im Grunde klar, wenn Drip Content wörtlich übersetzt wird. Dann nämlich entsteht aus dem Wort Drip Content das Wort Tropfinhalt. Es handelt sich also um Inhalte, die tropfen oder tröpfeln, demnach häppchenweise oder eben auch zeitweise veröffentlicht werden. Jedenfalls dann, wenn wir rein nach der Bedeutung einer wörtlichen Übersetzung gehen würden.

Genau das ist aber auch tatsächlich gemeint, wenn von Drip Content die Rede ist. Hier geht es um Inhalte, die schrittweise freigeschaltet oder veröffentlicht werden, um Nutzer bei der Stange zu halten. Statt also einfach nur einen extrem langen Artikel zu veröffentlichen, könntet ihr mehrere Teile davon nach und nach freischalten. Oder auch Kapitel in einem eBook, bei dem es zunächst einmal nur das erste kostenlos zu lesen gibt, während die weiteren wöchentlich erscheinen und verfügbar sind.

Drip Content ist als Marketing-Strategie vorwiegend aus dem E-Mail Bereich bekannt. Dort geht es bei den sogenannten Drip-Kampagnen hauptsächlich darum, zeitlich abgestimmte E-Mails zu verschicken, die sukzessiv und auch vollkommen automatisch gesendet werden. Die E-Mails bauen dabei meist aufeinander auf, sodass der Leser Stück für Stück mehr erfährt und heiß gemacht wird auf weitere Mails. Doch was bei E-Mails funktioniert, scheint auch bei Content in einem Blog wunderbar nutzbar zu sein, wie ich euch gleich ein wenig genauer zeigen werde.

Warum ist Drip Content so genial?

Kurz gesagt primär deshalb, weil er die eigenen Leser und Nutzer nicht überfordert. Ein schönes Beispiel für Drip Content sind Online-Kurse. Statt den Absolventen nach der Buchung nun sofort alle Lektionen auf einmal um die Ohren zu hauen, gibt es vornehmlich ein Konzept für Drip Content. Nutzer können sich also gar nicht vorschnell durch alle Lektionen klicken, sondern absolvieren peu à peu die unterschiedlichen Bereiche.

In Sprach-Lern-Apps gibt es oft nach jeder Lerneinheit zunächst einen Test. Nur wenn hier eine bestimmte Punktzahl erreicht wird, schaltet sich die nächste Übung frei. Tropfinhalte ergeben also gerade dort Sinn, wo Mitglieder bei der Stange gehalten werden sollen. Es motiviert und bietet ihnen dabei auch immer wieder etwas Neues, statt alles auf einmal zu präsentieren.

Nehmen wir noch ein weiteres Beispiel. Streaming-Anbieter wenden die Methode zwar etwas anders an, es ergibt für sie aber ebenfalls Sinn, die Staffel einer Serie nicht gleich auf einmal zu veröffentlichen. Für Konsumenten wirkt das erst einmal nervig, denn die wollen die Serie gleich am Stück durchgucken, es sorgt aber eben auch dafür, dass sie nächste Woche wieder vorbeikommen und einschalten werden. Statt alles auf einmal zu sehen und dann komplett von der Plattform zu verschwinden, müssen sie also Woche für Woche erneut vorbeischauen und ihr Abonnement aktiv halten.

Drip Content ist so ähnlich. Er sorgt dafür, dass eure Nutzer wiederkommen. Immer und immer wieder. Und je nach Business, kann genau das extrem wichtig sein, um Produkte und Dienstleistungen entsprechend vermarkten zu können. Doch selbst wenn ihr lediglich bloggt, erzeugt Drip Content oft eine Schar von Stammlesern.

Wie Drip Content in WordPress funktioniert

Grundsätzlich macht Drip Content in erster Linie dann Sinn, wenn es um Paywalls oder Bezahlinhalte geht. Kostenlose Inhalte, die per Drip Content veröffentlicht werden, können zwar auch hilfreich sein, verpuffen aber häufig ein wenig in ihrer Effektivität. Hier wäre ein gängiges Modell, mehrere Teile eines Artikels in Form einer Artikelserie zu veröffentlichen und entsprechend zu verlinken. Leser kommen dann immer wieder, um den nächsten Teil der Reihe zu lesen. Die einzelnen Beiträge lassen sich in WordPress zudem zeitlich automatisiert freischalten, sodass es einen festen Zeitpunkt gibt.

Noch umfangreicher und sinniger ist es jedoch, Drip Content im Zusammenspiel mit Mitgliedschaften anzubieten. MemberPress kann so etwas. Das WordPress Plugin kann mithilfe von Regeln entsprechend genau eingestellt. Eine Option innerhalb dieser Regel ist »Drip/Expiration«, steuert also den Drip Content im Blog.

Eine weitere Möglichkeit ist, Content nach Benutzern oder Konditionen zu verteilen. Das ist per se kein Drip Content, aber Nutzer, die von einem speziellen Verweis oder Ort kommen, würden dann etwas anderes sehen. Selbiges geht unter anderem mit dem Plugin If So.

In den LMA Plugins für WordPress sind ebenfalls oft Optionen für Drip Content enthalten, die sich schrittweise freischalten. Bei einfachen Artikeln empfehle ich persönlich immer die Artikelserien, bei denen es mehrere Teile gibt. Damit habe ich gute Erfahrungen sammeln können und Nutzer sind meist sehr gespannt auf die nachfolgenden Teile, in denen es dann um weitere Details zum Thema geht. Probiert das ruhig mal aus.

Was Drip Content am Ende wirklich bringt

Drip Content sorgt vorrangig für einen gesteigerten Wert der eigenen Inhalte. Stellt euch vor, Game of Thrones wäre von heute auf morgen komplett erschienen. Die ganze Staffel oder am besten noch alle abgedrehten Staffeln auf einmal. Die Menschen hätten es geschaut und dann wäre es das gewesen. Für HBO klingt das wenig verlockend, denn dort geht es um Quoten und Werbekunden.

Bei Blogs ist das ähnlich. Wer eine Mitgliederseite bereitstellt, vielleicht sogar mit Bezahlvariante, muss seinen Mitgliedern auch beständig neue Inhalte liefern. Das geht am besten, indem bestimmte Evergreens oder besonders aufwendige Reportagen nicht sofort verfügbar sind, sondern erst allmählich freigeschaltet werden. Das erhöht die Seitenaufrufe und die Länge jeder Mitgliedschaft, denn um eine komplette Artikelserie zu lesen, muss der Nutzer dann schon einmal mehrere Monate dabei bleiben. Kündigt er sein Abo, verpasst er schließlich auch den kommenden Drip Content.

Doch egal, ob ihr Drip Content mit einem Mitgliederbereich, innerhalb eines LMS Plugins, im Bereich von E-Mails oder bei ganz normalen Artikeln einsetzt, er erhöht immer den Wert eures Blogs. Zeitversetzte Veröffentlichungen steigern nämlich zwangsläufig die Impressionen und das wiederum bringt weitere Werbekunden, die dann auch mehr zahlen. Denn die wollen immer auch wissen, wie viele Seitenaufrufe und Besucher es gibt. Bei guten Blogs sind Stammleser dabei eine feste Basis, die zudem andauernd wächst.

Eignet sich Drip Content für alle Arten von Websites?

Die klare Antwort muss »Nein« lauten. Drip Content kann, wie erwähnt, zwar auch in Form von Artikelserien passieren, meint aber in der Regel gesteuerte Inhalte, die zeitversetzt und pro Nutzer freigeschaltet werden. Das ergibt allerdings nur dann Sinn, wenn genügend hochwertige Inhalte vorhanden sind. Für einfache Artikel oder News ist das Modell daher auch wenig erstrebenswert.

Wie eben bei einem Kurs oder anderen Lerninhalten, bei dem die Nutzer nicht sofort alles lesen und absolvieren dürfen, sondern erst nach und nach alle Inhalte zu sehen bekommen. Hier hat Drip Content auch noch den Charakter eines Gamification-Elements, da es einfach sehr motivierend ist, wenn immer weitere Kapitel oder Teile freigeschaltet werden, sobald ein Teil erfolgreich abgeschlossen wurde.

Am Ende ist dies keine Plugin oder Content-Typ Empfehlung von mir, sondern eher eine Vorstellung von Drip Content in WordPress. Viele denken dabei immer nur an E-Mail Marketing und vergessen somit, dass Drip Content auch ganz anders eingesetzt werden kann. Vielleicht schaut ihr mal, wie er in euer Business passt und ob er nicht hilfreich bei der Umsetzung eurer Ziele sein kann. WordPress macht euch die Sache hier wie immer sehr einfach, indem es die passenden Plugins gleich dazu gibt.

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Ein Kommentar

  1. Finde ich super spannend, die Idee das auf Content anzuwenden. Danke für den Beitrag. lese deinen Blog sehr gern, auch wenn ich noch nicht Kunde bin oder sowas. Danke aber für die vielen coolen Infos bezüglich WordPress und Blogging.

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