Elementor war gestern: Warum ich 2024 auf Bricks setzte und warum ihr das auch tun solltet

Die Welt der WordPress Page Builder hat sich innerhalb kürzester Zeit massiv gewandelt. War es vor nicht allzu langer Zeit noch Elementor, der für Furore sorgte, indem er viele lang ersehnte Funktionen integrierte und somit umfangreichere WordPress Websites als jemals zuvor ermöglichte, ist diese Zeit inzwischen längst vorbei. WordPress versucht mit dem Full Site Editing vielmehr selbst zu einer Art Page Builder zu werden, während Elementor und Co überladene Monster wurden, die WordPress nicht länger optimieren, sondern einen Großteil dazu beitragen, dass Websites immer unzulänglicher werden.

Über die letzten Jahre hinweg ist mir das mehr als deutlich aufgefallen. Den Neuanfang 2024 nutze ich daher, um alte Zöpfe abzuschneiden und mich von Elementor vollkommen loszusagen. Das hat gute Gründe, die ich euch in diesem Beitrag gerne ein wenig näher erläutern möchte. Denn auch wenn nicht alles schlecht ist an dem beliebten WordPress Page Builder, so ist er meiner Meinung nach dennoch nicht länger zeitgemäß und keine Empfehlung mehr wert. Warum, wieso, weshalb, verrate ich euch nun aber noch einmal genauer.

*UPDATE: 08.03.2024: Cwicly wurde leider eingestellt
Wer sicher weiter im Block Editor bewegen möchte, sollte sich GenerateBlocks ansehen, ich hab damit die Cwicly Seiten schnell umgebaut. GenerateBlocks bietet mittlerweile auch ein Klassen basiertes arbeiten.

Barrierefreiheit und schematisch korrekter Code

Einer der Hauptgründe dafür, warum ich Elementor den Rücken kehre und stattdessen auf Bricks und Cwicly* setze, ist in der Barrierefreiheit sowie schematisch korrektem Code zu finden. Beides kann Elementor mir nämlich nicht bieten. Gleichzeitig sind diese Aspekte jedoch wichtiger als jemals zuvor geworden. Vor allem die Barrierefreiheit ist etwas, was immer noch stark unterschätzt wird, obwohl unzählige Menschen mit Beeinträchtigungen zu kämpfen haben, die dafür sorgen, dass Websites nicht wie gewünscht verwendet werden können. Dem sollte unbedingt entgegengesteuert werden. Mit Bricks und Cwicly* ist das möglich, doch bei Elementor geht es häufig nur um viele Features und ein möglichst schickes Design.

Der Bricks Page Builder legt hierbei besonderen Wert auf die Generierung von sauberen, gut strukturierten und somit schematisch korrektem Code. Durch die Erzeugung einer cleanen Codebasis wird auch die Barrierefreiheit bestmöglich berücksichtigt, was Menschen mit Behinderungen zugutekommt. Und von denen gibt es, wie schon erwähnt, weitaus mehr, als viele Websitebetreiber glauben. Vernachlässigt diese Zielgruppe nicht länger, sondern sprecht sie genau so an wie all eure anderen Besucher.

Skalierbarkeit und Performance

Ein ebenfalls guter Grund dafür, warum Elementor nicht mehr zeitgemäß erscheint, betrifft die Performance und Skalierbarkeit des Page Builders. Beides ist bei Elementor meiner Meinung nach nämlich nicht gegeben. Auch wenn Elementor sicherlich einst zu den besseren Page Buildern gehörte, was die reine Leistung betrifft, sind diese Zeiten inzwischen längst vorbei.
Vielmehr konzentriert sich die Skalierbarkeit bei Elementor vorwiegend auf bezahltes WordPress Hosting, welches der Anbieter inzwischen ebenfalls anbietet. Hier soll also eine weitere Abhängigkeit geschaffen werden, um die benötigte Leistung zu erhalten. Das ist in meinen Augen kein fairer Deal.

Auf der anderen Seite sind da Bricks und Cwicly*, mit denen ich die Zügel weiterhin selbst in der Hand halten kann. Gerade der Bricks Page Builder ist darauf ausgelegt, auch mit großen und dynamischen WordPress Websites problemlos zurechtzukommen.

Cwicly* hingegen optimiert den Gutenberg Editor, sodass auch dieser mit besserer Skalierbarkeit und Performance punkten kann. Das kommt primär in Verbindung mit einem guten WooCommerce Theme wie zb. Blocksy zu gute. Und bei Online Shops sind die Ladezeiten bekanntermaßen besonders wichtig, weil sie einen direkten Einfluss auf die Conversion Rates und somit die Umsätze haben.

5 gute Gründe gegen den Elementor Page Builder

Elementor hat die Landschaft der WordPress Page Builder nachhaltig verändert und trotzdem am Ende den Anschluss verpasst. War er früher einmal führend, ist er nun eher Mittelmaß oder gar Schlusslicht, je nach den eigenen Ansprüchen an die WordPress Website. Warum das so ist, möchte ich kurz erläutern. Denn es hat gute Gründe, warum Elementor im Jahr 2024 für mich nicht länger infrage kommt und ich stattdessen Bricks und Cwicly* nutze.

Performance

Elementor integriert unzählige Dateien und eine große Menge an Code, der noch dazu nicht sauber verfasst wurde. Das Resultat ist eine schlechte Performance, weshalb WordPress Websites, die mit Elementor erstellt wurden, inzwischen sogar eigene Optimierungen benötigen, die ausschließlich Elementor dienen.

Ballast

Die schlechte Performance von Elementor kommt auch daher, dass sogenannter »Bloat« entsteht. Der generierte Code ist dann deutlich größer als er sein müsste oder enthält zahlreiche Parameter, die für die eigene Website gar nicht verwendet werden. Dieser sogenannte »Bloat« führt zu der eben erwähnten schlechten Performance, reduziert die Barrierefreiheit und ist einfach nur Ballast, der nicht dort sein müsste.

Abhängigkeit

Elementor hat zuletzt nicht nur den Hoster Strattic übernommen, sondern investiert auch massiv in die Abhängigkeit der eigenen Kundschaft. Nicht nur, um eine Abhängigkeit zum Page Builder selbst aufzubauen, sondern auch, um eine solche beim Thema WordPress Hosting zu erzeugen. Wer Elementor nutzt, kommt also nicht mehr von dem Plugin los und macht sich bald auch vom WordPress Hosting des Anbieters abhängig, was eine gefährliche Spirale für das eigene Business sein kann. Abhängigkeit ist nie gut, primär dann nicht, wenn sie derart viele Negativpunkte mit sich bringt. Wenn Elementor dann die Kosten erhöht (wie erst vor kurzem) oder bestimmte Hosting-Varianten nicht mehr anbietet, seid ihr im Nachteil und könnt rein gar nichts dagegen unternehmen.

Komplexität

Einst war das Versprechen, dass mit Elementor selbst komplizierteste Websites und Funktionen kinderleicht per Drag and Drop hinzugefügt werden können. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Im Gegenteil sogar, denn Elementor wurde zunehmend komplizierter und damit auch unzugänglicher.
Anfänger neigen dazu, Parameter falsch zu setzen oder sich nur auf das Aussehen und die Effekte zu konzentrieren. Das führt zu vielen weiteren Kritikpunkten, wie eben schlechterem Code, weniger Barrierefreiheit und massiv beeinträchtigter Performance von WordPress selbst.

Sicherheit

WordPress Security ist seit Längerem ein Thema, denn immer öfter werden extrem große Angriffe registriert. Besonders Plugins sind anfällig, da diese auf WordPress aufsetzen und, wenn sie nicht sauber gepflegt und nachhaltig optimiert werden, unzählige Sicherheitslücken enthalten können. Auch in Elementor gab es bereits eine Menge Schwachstellen, die über die Jahre hinweg stets für viel Aufsehen sorgten und mitunter Millionen von Websites betrafen. Natürlich sind von Sicherheitslücken auch andere Plugins betroffen, doch bei Elementor war dies stets besonders auffällig und durch die schiere Größe des Plugins auch entsprechend verlockend für Hacker.

Jahr der Entscheidung für WordPress-Nutzer

Für mich haben Page Builder, wie Elementor einer ist, keine Daseinsberechtigung mehr. Sie wirken wie ein Relikt aus alten Zeiten, denen es an Optimierung, notwendigem Feinschliff und auch Weitsicht fehlt. Es geht technisch zudem kaum voran, während Hosting und Abo-Modelle, um Kunden permanent zu binden, beständig hochgefahren werden. Für mich als Anwender ist das ein Alarmsignal und ein Schritt, den ich so nicht mitgehen möchte. 2024 kehre ich Elementor daher vollständig den Rücken und wechsle zum Bricks Page Builder in Kombination mit Cwicly*. Skalierbarkeit ist mir wichtiger als ein schneller Baukasten, der mich nur einschränkt.

Dabei geht es jedoch um mehr als nur einen Wechsel.
Es ist der Schritt hin zu einem barrierefreien Web, welches in den nächsten Jahren zunehmend wichtiger werden wird (siehe: https://www.bizeps.or.at/oesterreichische-umsetzung-des-european-accessibility-act-einfuehrung-des-barrierefreiheitsgesetzes/).
Die Zeit der Aufrüstung ist vorbei und nun gilt es, niemanden mehr durch mangelnde Technik auszuschließen. Genau das kann der Bricks Page Builder mit sauberem Code und wunderbaren Features eben leisten, während Elementor hier versagt. Zudem wird Bricks in einem fairen Lifetime-Tarif verkauft (noch!), was ebenfalls für den Page Builder spricht.

Cwicly* hingegen ist für mich die logische Ergänzung, die aus dem Gutenberg Editor von WordPress genau das macht, was er von Anfang an hätte sein sollen. In Kombination mit dem Blocksy 2 Theme und Cwicly* entsteht so eine bestmögliche Basis für performante sowie barrierefreie Websites und Online-Shops. Vor allem letztere konnten bei mir stark von dem Wechsel profitieren.

Da ich mich als Dienstleister zunehmend auf die Kernfaktoren guter Websites konzentrieren möchte, statt Kunden immer mehr Features anzubieten, ist das die ideale Wahl. Denn auch auf der Kundenseite muss endlich ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass skalierbarer, performanter und barrierefreier Code deutlich wichtiger sind, als jede Woche eine neue Funktion anzukündigen. Für mich ist 2024 daher ein Jahr des Wandels und eines, bei dem ich unter Elementor einen Schlussstrich ziehen werde.

Wie seht ihr das? Schreibt es gerne in die Kommentare und sagt mir eure Meinung dazu. Habt ihr Elementor auch schon den Rücken gekehrt oder bleibt ihr treue Nutzer, egal in welche Richtung die Entwickler gehen?

Bild eines Logos von Discord

5 Kommentare

  • Egal, welche Firma und egal was, es gibt für nichts eine Garantie.
    Blicken wir auf die goldenen Zeiten von Nokia oder auch Huawei zurück.
    Wichtig ist nur, dass es einen Exit Plan gibt – was mache ich, wenn Fall x eintrifft. Nennt sich auch Risiko-Analyse.

    In der Regel werden KMU Webseiten alle zwei bis drei Jahre neu gebaut und dort darf und muss auf neue Techniken gesetzt werden.

    Auch ich habe immer noch Webseiten in Betrieb, wo es die Hersteller von Plug-ins schon lange nicht mehr gibt – das warte ich nun selbst.
    Oft ist es aber auch so, dass die Entwickler dahinter trotzdem über einen Kanal zur Verfügung stehen und fixes manuell zur Verfügung stellen. z. B. e-addons.

  • vor allem Cwicly war ne super Entscheidung 😉 die gibts seit ein paar Tagen nicht mehr…

    • Ja, das stimmt, das kann dir aber bei jedem Tool passieren. Siehe Adobe XD.
      Es gibt für nichts eine Garantie auch nicht für Elementor oder Elementor Hosting. Zum Glück gibt es noch andere Tools.

  • Deine Entscheidung ist absolut richtig. Wir haben uns von Pagebuildern schon vor geraumer Zeit abgewandt.
    Der Hauptgrund dafür war damals schon die Performance und Skalierbarkeit.
    Die Entscheidung fiel damals auf das Kadence Theme und das dazugehörige Blocks Plugin.
    Es nutzt das, was da ist – das Gutenberg Block System. Auf dieser Grundlage gibt es dann sinnvolle Ergänzungen.
    Ein Aspekt, der damals noch nicht berücksichtigt wurde, aber jetzt inkludiert ist, ist das Thema Barrierefreiheit.
    Ich kann, wenn es nötig ist, auch Dinge schnell dazu programmieren und bietet es direkt Kompatibilität zu gängigen Plugins(WooCommerce, ACF,…).
    Das Elementor statt an dem eigenen System mal zu arbeiten und zu verbessern, ein eigenes Hosting anbietet um die Performancethemen zu kaschieren war mir neu.
    Stärkt aber das Bild, was ich davon halte.
    Ich habe mir mal den Bricksbuilder notiert und werde ihn die Tage mal testen. Hast du vielleicht eine Beispielseite, damit erstellt wurde?

    • Hallo, Beispiele findest du in meinem Portfolio, steht bei den Projekten bei “Tools” dabei. Wobei ich mich aber jetzt laufend weiterbilde, um die Seiten noch Barrierearmer zu gestalten. Da ist ein ganz anderes Denken erforderlich. Aber macht mir Spaß, etwas Neues zu lernen 🙂

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